Tempel des goldenen Buddha

Vor vielen Jahren gab es in Thailand einen Tempel mit dem Namen: Tempel des goldenen Buddha. Und da stand eine risiege Statue des goldenen Buddhas. Und das Dorf, in dem das Kloster stand, erhielt die Nachricht, dass die Armee eines Nachbarlandes bald eintreffen werde. Ihr Plan war, den goldenen Buddha, der recht gross war, mit Lehm und Beton abzudecken, so dass er aussah wie ein Buddha aus Stein und die Armee keinen Wert in ihm sah. Und die Armee rollte mit Munition und Waffen heran. Als sie am Kloster vorbeikamen, sahen sie nur einen steinernen Buddha und hatten keinen Grund zum Plündern.

Jahre vergingen, die Armee besetzte das Land weiterhin, bis sich irgendwann im Kloster des Dorfes keiner erinnerte, dass es ein goldener Buddha war. Bis eines Tages ein junger Mönch auf seinen Knien vor dem Buddha meditierte. Als er aufstand, brach ein Stück Beton ab, und er sah etwas Glänzendes. Er merkte, es war Gold, also sagte er den anderen Mönchen: „Der Buddha ist aus Gold!“ Alle sahen, dass er die Wahrheit sagte. Sie holten ihre Hacken und Hammer und legten den goldenen Buddha schliesslich frei.

Und was ist der Grundgedanke? Dass jeder von uns von Natur aus golden ist. Wir werden so geboren. Wir werden wissend geboren. Wir kennen die Wahrheit, wir wissen alles, was spirituelle Meister je sagten. Wir waren eins mit jedem. Doch dann hörten wir in der Schule: „Zieh dich so an. Junge tun das, Mädchen dieses, usw. So bauten wir eine steinerne Hülle um den Buddha, bis wir schon früh, mit vier, fünf, sechs oder sieben Jahren glauben, dass wir der Buddha aus Stein, nicht der aus Gold sind. Dann passiert was, das die Hülle beschädigt. Eine Verletzung, eine Scheidung, finanzielle Verluste, ein Todesfall, etwas das uns Angst macht und stört und einen Teil unserer Rüstung aufbricht. Und erst, wenn die Rüstung aufgebrochen ist, schauen wir nach innen und sehen das Gold. Sobald wir das Gold sehen, sind Rüstung und Beton nie mehr gut genug. Dann begeben wir uns auf das Abenteuer des wahren Helden und wollen unser Leben lang nur noch den Beton weghacken, weil das Gold viel mehr Spass macht.

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