Seelenverluste

Im Schamanismus wird der Seelenverlust als Spaltung der Seele beschrieben. Und interessanterweise hat der Seelenverlust Ähnlichkeiten mit dem, was die heutige Psychologie „Dissoziation“ nennt: die Spaltung der Psyche als Reaktion auf traumatische, schockierende oder schwierige Erfahrungen.

Mit einem Seelenverlust versucht das Gehirn potenziell zerstörerische traumatische Ereignisse zu überleben. Mit anderen Worten: Der Seelenverlust schützt dich am Anfang, statt dich zu verletzen. Dies ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Jede Wunde muss jedoch geheilt werden, sonst schwächt sie unseren Körper. Wenn wir es versäumen, diese „blockierten“ Anteile zu heilen, können wir letztendlich unter chronischen Problemen wie Angstzuständen, Depressionen, physischen und psychischen Erkrankungen leiden.

Oft wird eine Psychotherapie angewendet, um einen Seelenverlust zu behandeln. Aber während der psychotherapeutische Ansatz manchmal funktionieren kann, kommt es oft zu einer Pattsituation. Warum? Weil die Psychotherapie diesen „fehlenden Anteil“ als irgendwo verloren betrachtet und nicht im Bereich des Unterbewusstseins der betroffenen Person. Hier arbeitet der Psychotherapeut nicht ganzheitlich und tief genug.

Der Schamane wiederum geht davon aus, dass ein Seelenverlust eine spirituelle Krankheit ist und dass die abgespaltenen Anteile als Folge eines Schocks oder Traumas in unser Unterbewusstsein herabgestiegen sind, wo sie nicht mehr wahrgenommen werden. 

Im Laufe der Zeit kann der Seelenverlust unsere persönliche Entwicklung stark einschränken. Dieser Seelenverlust kann zu belastenden, schwächenden und behindernden Abwehrmechanismen führen, die sich als Ängste, Depressionen, Süchte und Zwänge sowie chronische Erschöpfung manifestieren. So betrachtet ist es leicht, einen Seelenverlust als etwas Schlechtes zu betrachten, das uns passiert ist. Aber hier ist es wichtig zu erkennen, dass ein Seelenverlust tatsächlich ein Geschenk ist.

Genauso wie du bewusstlos wirst, wenn du sehr grosse körperliche Schmerzen erlebst, ist deine Seele weise und kennt ihre Grenzen. Deine Seele weiss, was sie kann und womit sie nicht umgehen kann, also lässt sie sich in dein Unterbewusstsein nieder, dies als Überlebensmechanismus, um sich vor zu grossen Schmerzen zu schützen. Diese Spaltung der Seele wird nur dann zum Problem, wenn die Anteile nicht wieder hervorgeholt werden. Dies führt zu chronischer Depression, suizidalen Tendenzen, posttraumatischem Stresssyndrom, Süchten, Immunschwäche-Problemen und Trauer, die sich schwer wieder heilen lassen.

Das Zurückholen dieser Seelenanteile ist jedoch nicht das Ende der Arbeit. Wir müssen dann lernen, sie wieder in unser Leben zu integrieren, um die Lebenskraft, das Potenzial und die Energie zurückzugewinnen, die sie uns bringen.

Ohne diese verlorenen Seelenanteile fühlen wir uns schwach, deprimiert, ängstlich oder leer. Wir fühlen uns, als ob etwas fehlt, und wir versuchen diese Leere mit allem zu füllen, was wir finden.

Fazit: Eine Seelenrückholung ist nur dann erfolgreich, wenn die Person, die geheilt wird, bewusst beschliesst, diese neu gewonnene Energie zu nutzen, um gesunde Entscheidungen zu treffen,.

 

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