Schuldgefühle

Für viele von uns sind Schuldgefühle wie eine Art alte Freunde – Freunde, die wir freiwillig hereinlassen und dann nicht mehr rausschmeissen können.

Schuldgefühle entstehen, wenn wir auf eine Art und Weise handeln, die nicht mit unseren Zielen und Werten übereinstimmen. Im besten Fall verhalten sich die Schuldgefühle wie ein moralischer Kompass, der uns dazu veranlasst, darüber nachzudenken, was wir tun (oder nicht tun), um dann konstruktive Veränderungen vorzunehmen.

Aber wenn sich die Schuldgefühle auf lange Sicht einstellen und wir täglich mit diesen konfrontiert werden, ohne etwas Konstruktives hinzuzufügen, leben wir mit einem Parasiten zusammen. Schuldgefühle überschatten die guten Dinge in unserem Leben. Es reduziert unsere Energie und unser Selbstwertgefühl. Dann fangen wir an, uns um unsere persönlichen Träume und Bedürfnisse zu betrügen. Wir gewöhnen uns daran, unsere Schuldgefühle zu nähren und unser Selbstwertgefühl verhungern zu lassen – und machen es uns immer schwieriger, unser vollstes, hellstes, kreativstes Selbst zu sein.

Diese fünf Zeichen lassen erkennen, dass Schuldgefühle die Qualität deines Lebens verschlechtern könnten:

  1. Du vermeidest bestimmte Menschen oder Situationen, weil sie beschämende Erinnerungen auslösen.
  2. Du nimmst keine Chancen wahr, weil du glaubst, sie nicht verdient zu haben.
  3. Du verschliesst dich, oder reagierst defensiv.
  4. Du rationalisierst oder entschuldigst dich, auch wenn niemand es verlangt.
  5. Du fühlst dich wiederholt schuldig. Dies tötet deine Stimmung und Energie und es dauert lange, bis du dich wieder erholst.

Es gibt verbreitete Formen von Schuld, die uns davon abhalten können, zufrieden zu leben – wenn wir es zulassen. Lasst uns stattdessen die Schuld rausschmeissen, anstatt uns immer wieder von ihr treten zu lassen.

Es scheint, dass dort, wo es Vergnügen gibt, Schuldgefühle bestehen. Wir lassen uns oft nicht tun, was wir wollen, weil wir glauben, dass wir es nicht verdient haben. Und selbst wenn wir ja sagen, verdirbt diese schuldige kleine Stimme in unseren Köpfen den Spass.

1. Lass übernommene Überzeugungen los.
Wenn du das Gefühl hast, dass etwas, was du tun willst, unverdient ist, frage dich, wer das gesagt hat. Sagt die Gesellschaft, dass es falsch ist? Deine Eltern? Deine Freunde? Dann frag dich, was du glaubst – und respektiere dein eigenes Urteil.

2. Berechne die Konsequenzen.
Was ist das Schlimmste was dir passieren kann wenn du nachgibst? Und was kannst du tun, um es zu mildern? Wie kannst du es ausgleichen?

Ein schlechtes Gewissen kann dein persönliches Gefängnis sein – unfreundlich und unmöglich zu entkommen. Aber dich mit dem Gedanken zu bestrafen, was für ein schlechter Mensch du bist, hilft dir auch nicht weiter. Stattdessen absorbiert es dich. Du hörst auf, nach vorne zu schauen – betrügst nicht nur dich selbst, sondern auch andere Menschen in deinem Leben.

Die Sache ist, Schuld ohne Verhaltensänderung ist eine Ausrede. Wenn du etwas falsch gemacht hast – selbst wenn nur du das Opfer bist – erkenne es an. Sobald du dich von dieser Schuld getrennt hast,  wird deine Welt wieder heller und voller werden.

3. Verzeih dir.
Okay, du hast etwas getan, auf das du nicht stolz sein kannst. Das ist Teil des Menschseins, aber es definiert nicht, wer du bist. Um dir selber zu vergeben, bedarf es neuer Perspektiven. Wenn du deine Schuld mit jemand anderem besprichst, vermindert das oft die Last. Wenn du deine Gedanken laut aussprichst, entfernt es normalerweise viel von dem Stachel – obwohl es nicht in einem einzigen Gespräch passieren kann.

4. Trenne dich von deinen Schuldgefühlen.
Versuche, ein Ritual zu kreieren, das dir hilft, dich von deinen Schuldgefühlen zu trennen – zum Beispiel eine positive Affirmation oder einen Brief an dich selbst schreiben oder ein physisches Ding verbrennen oder wegwerfen, das dein Schuldgefühl repräsentiert.

Oft begleitet uns das Schreckgespenst der Vollkommenheit während unseres ganzen Lebens. Oft ist diese Schuld von der Angst geprägt, andere zu enttäuschen: Du bist ein schlechter Elternteil, weil du deine Familie verlassen hast; du bist kein richtiger Freund, weil du einen Geburtstag vergessen hast; Du verdienst es nicht, glücklich zu sein, weil dir deine traditionell gesinnte Familie sagt, dass du falsche Entscheidungen triffst… Jedes Mal, wenn du diese Stufe erreichst, verprügelst du dich selber.

5. Lass die Schuldgefühle los.
Ersetze die negative Stimme durch eine positive.

6. Fehler sind nur schlecht, wenn wir nicht von ihnen lernen.
Die Fehler, die wir machen, können uns klüger und mitfühlender machen – aber nur, wenn wir aufhören, uns mit Schuldgefühlen herumzuplagen und nur wenn wir konstruktive Veränderungen akzeptieren und annehmen.

 

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